Haushaltskonto

Zum kontrollierten Umgang mit den persönlichen Finanzen empfiehlt sich, besonders in Wohngemeinschaften, aber auch in Partnerschaften, das Führen eines Haushaltskontos. Dabei ist es zunächst sinnvoll, ein Haushaltsbuch zu führen, um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie viel Geld monatlich auf das Haushaltskonto überwiesen werden muss, um damit wirtschaften zu können. Ein Haushaltsbuch, welches sowohl schriftlich als auch online geführt werden kann, verschafft außerdem einen Überblick über die Ausgaben und kann eventuelles Sparpotential bei fixen Kosten aufdecken.

Doch ein Haushaltskonto erleichtert nicht nur die Kontrolle der Ausgaben, sondern sorgt auch in der Beziehung für geordnete Verhältnisse. Jeder Partner überweist einen bestimmten Anteil seines Gehalts auf das Haushaltskonto, um davon die gemeinsamen Ausgaben für Miete, Strom, Lebensmittel, Versicherungen und Telefon zu bezahlen. Der Rest des Lohnes bleibt jedem Partner zu freien Verfügung übrig. Diese strikte Trennung der Ausgaben vermeidet mögliche Konflikte über den Verbleib des Geldes, etwa wenn “Sie” mal wieder Schuhe kauft oder “Er” viel in die neueste Technik investiert.

Die Erfahrungen von Schuldnerberatungen zeigen, dass Personen, welche ein Haushaltskonto und ein Haushaltsbuch führen und dadurch ihre Ausgaben im Blick haben und bei finanziellen Nöten seltener auf Kredite angewiesen sind, sondern meist anderweitig gegensteuern können, weshalb sie kaum Gefahr laufen, in die Schuldenfalle zu tappen.

Bei Haushaltskonten handelt es sich um normale Girokonten, welche online geführt werden können. Dies ist allerdings nur bei Banken möglich, die nicht verlangen, dass das kostenlose Girokonto gleichzeitig als Gehaltskonto geführt wird. Ein Kredit kann deshalb über das Haushaltskonto kaum aufgenommen werden, da für diesen ein regelmäßiger Gehaltseingang nötig ist.

Nach Eröffnung des Haushaltskontos verfügen beide Partner über eine EC-Karte. Die regelmäßigen Zahlungen werden monatlich durch Lastschriften und Daueraufträge abgewickelt. Lebensmittel und andere Haushaltseinkäufe können die Partner per EC-Karte oder nach vorheriger Bargeldabhebung in Absprache miteinander bezahlen. Bleibt am Monatsende Geld übrig, so kann dies gespart werden, etwa für Neuanschaffungen in der Wohnung oder einen gemeinsamen Urlaub.